Aktuell erreichen uns vermehrt Meldungen über Wildschweine in Wohngebieten


In den vergangenen Tagen erreichen uns vermehrt Hinweise auf Wildschweine, die sich in Wohngebieten und Gärten aufhalten. Besonders in den Abend- und Nachtstunden werden Tiere beobachtet, die auf der Suche nach Nahrung auch private Grundstücke aufsuchen. Wildschweine sind grundsätzlich scheue Wildtiere und meiden den Kontakt zum Menschen. Dennoch kann es immer wieder zu unerwarteten Begegnungen kommen.


Die zunehmende Nähe zu Siedlungsgebieten hat verschiedene Ursachen. Natürliche Lebensräume werden kleiner, gleichzeitig finden Wildschweine in Gärten, auf Komposthaufen, durch Fallobst oder nicht gesicherte Abfälle attraktive Nahrungsquellen. Um Konflikte zwischen Mensch und Tier zu vermeiden, sollten einige Verhaltensregeln beachtet werden.


1. Ruhe bewahren und Abstand halten

Begegnen Sie einem Wildschwein stets mit Ruhe. Vermeiden Sie hektische Bewegungen, laute Geräusche oder ein plötzliches Annähern. Halten Sie ausreichend Abstand und beobachten Sie das Tier aus sicherer Entfernung.

 

2. Wildschweinen immer einen Fluchtweg lassen

Versperren Sie den Tieren niemals den Weg. Fühlen sich Wildschweine eingeengt oder in die Enge getrieben, können sie defensiv reagieren. Lassen Sie den Tieren daher immer ausreichend Raum, um sich zurückziehen zu können.

 

3. Besondere Vorsicht bei Frischlingen

Nähern Sie sich niemals jungen Wildschweinen. Befinden sich Frischlinge in der Nähe, ist davon auszugehen, dass sich auch die Muttertiere in unmittelbarer Umgebung aufhalten. Bachen verteidigen ihren Nachwuchs konsequent und können bei einer vermeintlichen Bedrohung reagieren.

 

4. Warnsignale erkennen

Wildschweine senden deutliche Signale aus, wenn sie sich gestört oder bedroht fühlen. Dazu gehören Schnauben, Zähneklappern, das Aufstellen des Schwanzes oder ein angespanntes Verhalten. Nehmen Sie diese Warnzeichen ernst und vergrößern Sie den Abstand.

 

5. Bei drohendem Verhalten richtig reagieren

Für den unwahrscheinlichen Fall, dass ein Wildschwein sich zum Angriff bereit macht, klatschen Sie laut in die Hände und nehmen Sie eine große, bedrohliche Haltung ein. Im Normalfall reicht das als Einschüchterungstaktik und das Wildschwein wird selbst den Rückzug antreten. Ziehen Sie sich dennoch weiterhin zurück und forcieren Sie niemals einen Kampf mit einem Wildschwein.

 

6. Langsam zurückziehen

Sollte ein Wildschwein in Ihrer Nähe sein, ziehen Sie sich langsam und kontrolliert zurück. Rennen Sie nicht weg und wenden Sie dem Tier nicht abrupt den Rücken zu. Ruhiges Verhalten hilft, die Situation zu entschärfen.

 

7. Hunde an die Leine nehmen

Hunde sollten grundsätzlich angeleint werden. Freilaufende Hunde können Wildschweine aufschrecken oder verfolgen und dadurch gefährliche Situationen für Mensch und Tier verursachen.

 

8. Nahrungsquellen vermeiden

Damit Wildschweine gar nicht erst angelockt werden, sollten mögliche Nahrungsquellen konsequent beseitigt werden:

 

  • Mülltonnen geschlossen halten und gegen Umkippen sichern
  • Mülltonnen möglichst erst am Tag der Abholung bereitstellen
  • Essensreste nicht auf offenen Komposthaufen entsorgen
  • Fallobst regelmäßig aufsammeln
  • Hunde- und Katzenfutter nicht im Freien stehen lassen


9. Gärten unattraktiv machen

Stark bewässerte Rasenflächen ziehen Regenwürmer und Engerlinge an, nach denen die Tiere gezielt suchen und dabei häufig den Rasen umwühlen. Zudem sollten offene Wasserquellen wie Gartenbrunnen, Teiche oder Wasserauffangbehälter nach Möglichkeit so gesichert werden, dass Wildschweine keinen Zugang dazu haben.

 

10. Bei Wildschweinen im Garten

Sollten sich Wildschweine auf Ihrem Grundstück aufhalten, bewahren Sie Ruhe und halten Sie Abstand. Suchen Sie bei Bedarf Schutz im Haus oder hinter einem stabilen Hindernis und warten Sie, bis die Tiere das Grundstück wieder verlassen haben.


Mit Rücksichtnahme und einem respektvollen Umgang lassen sich die meisten Begegnungen mit Wildschweinen problemlos und ohne Gefahr bewältigen.