„Damit niemand außen vor bleibt“


Liebe Bürger:innen,

 

wie gestalten wir eine Verbandsgemeinde, in der alle Menschen die Möglichkeit haben, selbstbestimmt zu leben und am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben? Diese Frage gewinnt angesichts des demografischen Wandels und wachsender Unterstützungsbedarfe zunehmend an Bedeutung. Gerade in einer ländlich geprägten Region wie dem Adenauer Land ist es wichtig, frühzeitig darüber nachzudenken, wie Versorgung, Pflege, Teilhabe und Gesundheitsförderung auch künftig wohnortnah sichergestellt werden können.

 

Aus diesem Grund habe ich im Sommer zur Sozialraumkonferenz Adenau eingeladen. Ziel war es, gemeinsam mit Vertreter:innen aus Verwaltung, sozialen Einrichtungen, Vereinen, ehrenamtlichen Initiativen und weiteren gesellschaftlichen Akteur:innen darüber zu beraten, wie Unterstützungs- und Versorgungsangebote für Menschen mit Behinderungen, Pflegebedarf und gesundheitlichen Einschränkungen in unserer Region weiterentwickelt werden können.

 

Fachlich begleitet und moderiert wurde die Veranstaltung von der Kreisverwaltung Ahrweiler. Gemeinsam haben wir zunächst die aktuelle Versorgungssituation in der Verbandsgemeinde Adenau betrachtet und darüber gesprochen, welche Bedarfe künftig bestehen werden. Dabei wurde deutlich, dass bereits zahlreiche Angebote vorhanden sind, gleichzeitig aber auch Herausforderungen bestehen, die wir gemeinsam angehen müssen. Angesichts des demografischen Wandels und steigender Unterstützungsbedarfe bleibt die Sicherung und Weiterentwicklung der kommunalen Daseinsvorsorge eine zentrale Aufgabe.

 

Intensiv diskutiert wurden die Themenschwerpunkte Gesundheit und Prävention, Pflege und Demenz sowie Teilhabe und Inklusion. Dabei ging es nicht nur um bestehende Herausforderungen, sondern auch um die Chancen, die sich durch eine enge Zusammenarbeit und gut vernetzte Strukturen ergeben.

 

Als Ergebnis lässt sich festhalten: Die Bedarfe sind vorhanden. Im ländlichen Raum geht es unter anderem um Fragen der medizinischen Versorgung, um den bedarfsgerechten Ausbau ambulanter und teilstationärer Pflegeangebote, um zusätzliche wohnortnahe Pflegeplätze, um alternative Wohnformen sowie um Angebote des Betreuten Wohnens. Ebenso wurde deutlich, dass niedrigschwellige Unterstützungs- und Betreuungsangebote für pflegebedürftige Menschen vielerorts fehlen und weiterentwickelt werden müssen.

 

Gleichzeitig wurde aber auch deutlich, dass die Bereitschaft groß ist, diese Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Die Sozialraumkonferenz hat hierfür wichtige Impulse geliefert.

 

Nun gilt es, die erarbeiteten Ergebnisse auszuwerten, einzelne Projektideen vertieft zu prüfen und dort, wo es möglich und sinnvoll ist, konkrete Maßnahmen umzusetzen. Denn gute Ideen allein verbessern noch keine Versorgung. Entscheidend ist, dass aus Gesprächen tragfähige Angebote und aus Konzepten konkrete Lösungen entstehen.

 

Nennenswert und erfreulich ist in diesem Zusammenhang die Einrichtung einer neuen Kontakt- und Informationsstelle für Menschen mit Behinderungen in Adenau. Nachdem ein vergleichbares Angebot Ende des vergangenen Jahres weggefallen war, konnte nun eine wichtige Anschlusslösung geschaffen werden. Die von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel haben gemeinsam mit dem Kreis Ahrweiler sowie den Verbandsgemeinden Adenau und Altenahr ein neues Beratungs- und Unterstützungsangebot eingerichtet.

 

Die Anlaufstelle richtet sich an Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen, geistigen Behinderungen oder Lernbehinderungen. Sie soll eine niedrigschwellige Beratung ermöglichen, den Zugang zu Informationen erleichtern und Menschen dabei unterstützen, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Ich freue mich sehr, dass es gelungen ist, das weggefallene Angebot zu ersetzen und damit eine wichtige Versorgungslücke zu schließen.

 

Ich bin überzeugt, dass wir auf einem guten Weg sind. Die große Beteiligung und das Engagement aller Mitwirkenden machen Mut und zeigen, dass wir die Herausforderungen der Zukunft gemeinsam bewältigen können.

 

Unser gemeinsames Ziel bleibt klar. Jeder Mensch soll die Möglichkeit haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen und bei Bedarf die notwendige Unterstützung zu erhalten. Die Lebensqualität in der Verbandsgemeinde Adenau soll für alle Generationen langfristig gesichert werden. Dazu gehört auch, Menschen mit Unterstützungsbedarf die notwendige Hilfe, Teilhabe und Begleitung dort zu ermöglichen, wo sie zuhause sind.


Herzliche Grüße


Ihr 

Guido Nisius

Bürgermeister