Ein Tourismusausschuss für das Adenauer Land – Weichenstellung für die Zukunft


Liebe Mitbürger:innen,

 

der Tourismus ist für unser Adenauer Land nicht nur ein Aushängeschild, sondern ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Wie jede andere kommunale Aufgabe muss jedoch auch dieser Bereich kontinuierlich weiterentwickelt und auf ein solides Fundament gestellt werden.

 

Zurzeit stehen viele Aspekte rund um den Tourismus in einem starken Wandel. Neue Themen und Aktivitäten drängen in den Vordergrund, die Ansprüche der Gäste verändern sich spürbar. Darum stellt sich auch für die Verbandsgemeinde Adenau die Frage: An welchen Stellen setzen wir an? Wo investieren wir sinnvoll? Welche Aufgaben wollen und können wir im Tourismus künftig leisten?

 

Als Grundlage für diese Überlegungen dient das Tourismuskonzept Adenauer Land, das von der Verbandsgemeinde beauftragt und vom Institut für Regionalmanagement (IfR) erarbeitet wurde, gefördert im Rahmen des Entwicklungsprogramms EULLE unter Beteiligung der Europäischen Union und des Landes Rheinland-Pfalz, vertreten durch das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau.

 

Ein zentrales Ziel des Konzeptes war es, möglichst alle Akteursgruppen intensiv in die Erarbeitung einzubinden. Dadurch sollte zum einen die inhaltliche Qualität auf ein bestmögliches Niveau gehoben werden. Zum anderen sollte eine breite Mitwirkung dazu beitragen, für die entwickelten Ziele und Maßnahmen eine hohe Akzeptanz zu schaffen.

 

Das Tourismuskonzept bot daher allen Akteur:innen im Tourismus die Chance, aktiv mitzuwirken, insbesondere den Gastgeber:innen, die im direkten Austausch mit unseren Gästen stehen.

 

Ein eigens eingesetzter Arbeitskreis hat die Inhalte des Konzeptes intensiv beraten. Das klare Ergebnis: Um den Tourismus zukunftsfähig aufzustellen, wird ein eigenes Fachgremium benötigt.

 

Der Verbandsgemeinderat ist dieser Empfehlung gefolgt und hat den neuen Tourismusausschuss berufen. Das Gremium vereint Kommunalpolitik und erfahrene Akteur:innen aus der Tourismuswirtschaft. Es setzt sich aus sechs Mitgliedern des Rates, vier Vertreter:innen touristischer Betriebe sowie jeweils einer Vertretung des Gewerbevereins Adenau und des Nürburgrings zusammen. Ziel ist es, die Information, Beratung und Vernetzung der zentralen Beteiligten spürbar zu stärken.

 

In seiner konstituierenden Sitzung am 4. Mai 2026 nahm der Ausschuss die Arbeit auf. Zu seinen Kernaufgaben gehören künftig die Begleitung laufender Projekte, die Beratung des jährlichen Aktivitätenberichts der Tourist-Information sowie die strategische Vorberatung von Leitlinien und größeren Ausgaben für den Haupt- und Finanzausschuss sowie den Verbandsgemeinderat.

 

Ein zentrales Thema der ersten Sitzung war die künftige Finanzierung des Tourismus. Dabei wurde auch die Möglichkeit erörtert, die touristischen Aufgaben über einen sogenannten Gästebeitrag finanziell zu stabilisieren.

 

Tourismus zählt für eine Verbandsgemeinde zu den freiwilligen Leistungen. In Zeiten, in denen wir zahlreiche Pflichtaufgaben zu bewältigen haben, stellt sich die berechtigte Frage, wie dauerhaft und in welchem Umfang freiwillige Leistungen noch aus dem allgemeinen Haushalt finanziert werden können.

 

In der Vergangenheit wurde darüber teils kontrovers diskutiert. Einerseits müssen wir mit den vorhandenen Finanzmitteln verantwortungsvoll und vorausschauend wirtschaften. Andererseits wollen und müssen wir einen qualitativ hochwertigen Service bieten, um im Wettbewerb der Regionen bestehen zu können.

 

Um dieses Spannungsfeld zu lösen, steht die Einführung eines Gästebeitrags im Raum. Ein Modell, das andernorts auch als Übernachtungssteuer, Kurtaxe, Ortstaxe oder Beherbergungstaxe bekannt ist. Das Ziel ist, die finanzielle Last der Verbandsgemeinde und damit indirekt auch unserer Ortsgemeinden zu reduzieren.

 

Viele Tourismusregionen sowie umliegende Städte und Gemeinden haben diesen Schritt bereits getan. Das Prinzip ist einfach und fair. Wer unsere touristische Infrastruktur nutzt, beteiligt sich an deren Erhalt, so, wie es viele von uns aus dem eigenen Urlaub kennen. Durch die zweckgebundene Verwendung dieser Mittel sichern wir nicht nur den Status quo, sondern schaffen Spielräume für Qualitätsverbesserungen.

 

Der Tourismusausschuss hat sich in seiner ersten Sitzung grundsätzlich für die Einführung eines solchen Beitrags ausgesprochen. In den kommenden Beratungen werden wir nun fundierte Erfahrungswerte aus anderen Kommunen einholen. Hierzu werden wir Vertreter:innen entsprechender Gemeinden einladen, um von ihren Praxiserkenntnissen zu lernen.

 

Abschließend möchte ich betonen: Wir werden diesen Weg im engen und transparenten Austausch mit allen Beteiligten gestalten, damit der Tourismus im Adenauer Land auch künftig stark und zukunftsfähig bleibt.


Herzliche Grüße


Ihr 

Guido Nisius

Bürgermeister