Die Umsetzung dieser Projekte wurde durch das Förderangebot „Ehrenamtliche Bürgerprojekte“ gefördert, das aus Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz finanziert wird. Das Programm ermöglicht es ehrenamtlich Engagierten, eigene Projektideen unbürokratisch umzusetzen und so aktiv zur Entwicklung ihrer Heimat beizutragen. Die folgenden Beispiele geben einen Einblick in die Vielfalt der im vergangenen Jahr realisierten Bürgerprojekte.
Begegnungsorte für die Dorfgemeinschaft
In Ober-Krälingen errichtete die Dorfgemeinschaft Krälingen e.V. einen Pavillon am örtlichen Spielplatz. Nachdem der Spielplatz mit großem ehrenamtlichem Einsatz modernisiert worden war, entstand ein überdachter Treffpunkt mit Sitzmöglichkeiten. Der Pavillon dient seither als Schutz vor Sonne und Regen und als Kommunikationsort für Familien, Dorfbewohner und Wanderer gleichermaßen. Auch in Staffel setzte sich die Interessengemeinschaft Dorfleben für die Neugestaltung der Junggesellenhütte als Gemeinschafts- und Freizeitort ein und schuf einen attraktiven Treffpunkt, der das Miteinander im Ort nachhaltig stärkte. In Kirchwald baute der Sportclub Kirchwald 1929 e.V. einen offenen Grillplatz am Vereinsheim. Mit einem fest installierten Schwenkgrill und Sitzgelegenheiten aus Naturstein entstand ein dauerhaft nutzbarer Ort, der sportliche Aktivitäten mit geselligem Beisammensein verbindet und das Vereinsgelände als Lebens- und Freizeitraum weiter aufwertete. Auch Niederadenau setzte auf Gemeinschaft: Die Interessengemeinschaft „Mehrgenerationenplatz“ errichtete einen Backofen für das Dorf. Nach bereits umgesetzten Projekten wie einem Mehrgenerationengrillplatz und einer Insektenweide ermöglichte der Backofen seither generationenübergreifende Aktionen und gemeinsames Backen und stärkte das gemeinschaftliche Leben im Ort.
Kultur als Motor für regionale Identität
Kulturelle Projekte spielten ebenfalls eine wichtige Rolle. Der Förderverein Burgruine Arenberg e.V. produzierte eine CD zur „Aremberger Hofmusik“. Anlässlich der zehnten Wiederkehr der Konzertreihe im Burgturm wurde barocke Kammermusik aus dem Umfeld der Herzöge von Arenberg aufgenommen und dauerhaft verfügbar gemacht. Damit wurde nicht nur kulturelles Erbe bewahrt, sondern auch die überregionale Strahlkraft der Region gestärkt. In Kempenich stattete der Verein imagine! e.V. das Kulturcafé technisch besser aus. Neue Lautsprecher, Mikrofone und Veranstaltungstechnik stellten sicher, dass Konzerte, Ausstellungen und Kurse langfristig in hoher Qualität stattfinden konnten. Das Kulturcafé entwickelte sich dadurch weiter zu einem offenen Begegnungsort für Kunst, Musik und Austausch.
Natur, Landschaft und nachhaltige Entwicklung
Mehrere Projekte widmeten sich gezielt dem Natur- und Klimaschutz. Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Aremberg e.V. führte sein Landschafts- und Kulturprojekt „Auf dem Knippchen“ fort. Es wurden unter anderem eine Informationstafel am Insektenhotel aufgestellt, eine insektenfreundliche Bepflanzung umgesetzt sowie Ruhebänke an Aussichtspunkten erneuert. Ziel war es, Naturerlebnis, Umweltbildung und Aufenthaltsqualität miteinander zu verbinden und dauerhaft zu verbessern. Die Initiative „Energie-Spaziergang Aremberg“ informierte Bürgerinnen und Bürger praxisnah über Energiesparen, nachhaltiges Heizen, Photovoltaik und E-Mobilität. Bei geführten Rundgängen durch den Ort konnten Interessierte konkrete Beispiele kennenlernen und sich direkt mit Betreiberinnen und Betreibern austauschen. So wurde Klimaschutz greifbar und gemeinschaftlich erfahrbar gemacht. Auch die Rentnergruppe Anschau engagierte sich für Natur und Infrastruktur. Neben der Pflege von Rad- und Wanderwegen stellte die Gruppe Sitzgruppen entlang stark genutzter Wege auf und erhöhte damit die Aufenthaltsqualität für Einheimische und Gäste. Rund um St. Johann setzte sich eine Bürgerinitiative für die Aufwertung von Aussichtspunkten und Wanderwegen ein. Ziel war es, die landschaftlichen Besonderheiten stärker erlebbar zu machen und den naturnahen Tourismus weiter zu fördern.
Die umgesetzten Bürgerprojekte zeigten eindrucksvoll, wie unterschiedlich die Ideen und Bedürfnisse in der LEADER-Region Osteifel-Ahr sind und doch ein gemeinsames Ziel verfolgen: das Leben im ländlichen Raum aktiv zu gestalten. Ob kulturelle Angebote, neue Treffpunkte, Umweltbildung oder Infrastrukturmaßnahmen: Hinter jedem Projekt stehen Menschen, die Zeit, Energie und Herzblut in ihre Heimat investierten. Auch künftig sollten ehrenamtliche Bürgerprojekte gezielt unterstützt werden. Die LEADER-Region lud daher alle Interessierten ein, ihre Ideen weiterzuentwickeln und sich an den aktuell laufenden Förderaufrufen zu beteiligen. Denn eines wurde deutlich: Wo Menschen Verantwortung übernehmen, entsteht Zukunft direkt vor der eigenen Haustür.
Ihr Interesse wurde geweckt? Weitere Informationen finden Sie hier. Bei Projektideen, Fragen und für eine kostenfreie Beratung nehmen Sie gerne Kontakt mit dem Regionalmanagement auf:
Regionalmanagement Hannah Reisten c/o Sweco GmbH, Koblenz | LAG Geschäftsstelle Bernhard Jüngling |
Hintergrundinformation
Der LEADER-Ansatz zielt darauf ab, dass die Akteur*innen aus der Region Osteifel-Ahr (Verbandsgemeinden Adenau, Altenahr, Brohltal, Vordereifel und Stadt Mayen) ihre Region selbst gestalten. Dafür erhält die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Osteifel-Ahr Fördermittel von der EU und dem Land Rheinland-Pfalz, die sie an Projektträger*innen weiterreichen kann. Diese Mittel dienen dazu, gezielt den ländlichen Raum zu stärken. In sogenannten Förderaufrufen wird in der Regel zweimal jährlich eine Fördersumme bereitgestellt.
